Verbindungen, welche die Carboxygruppe (abgekürzt -COOH oder CO2H) enthalten, werden Carbonsäuren genannt. Die Carboxygruppe ist der Ursprung einer Reihe von organischen Verbindungen, unter denen sich die Säurehalogenide (RCOCl), die Säureanhydride (RCOOCOR), die Ester (RCOOR) und die Amide (RCONH2) befinden.
Einige Carbonsäuren, die häufig in der Industrie verwendet werden:
Acrylsäure ist der allgemeine Name der Propensäure. Diese organische Verbindung ist eine farblose, brennbare, ätzende Flüssigkeit von stechendem Geruch und einer Siedetemperatur von 142 °C. Acrylsäure ist die einfachste ungesättigte Carbonsäure, deren Salze und Ester werden Acrylate genannt.
Ihre Hauptreaktion ist die Polymerisation: Die resultierenden Polyacrylate sind oft transparent, aber spröde. Um ihre physikalischen und chemischen Eigenschaften zu ändern, können sie mit anderen Komponenten kombiniert werden (Copolymerisation). Somit ist die Acrylsäure das Ausgangsmaterial für die Herstellung von Kunststoffen, Lacken, elastischen Harzen und durchsichtigen Klebern. Für weitere Informationen klicken Sie hier.
Die Benzoesäure ist ein Feststoff mit der Summenformel C7H6O2, wenig lösbar in Wasser und einem etwas höheren Säuregehalt als die einfachen aliphatischen Säuren. Wird als Konservierungsmittel für Lebensmittel verwendet. Sie ist kaum giftig und fast geschmacklos. In Kombination mit Salizylsäure hat sie in Salbenform antimykotische Eigenschaften. Kann gefahrenlos auf der Haut angewendet werden. Für weitere Information klicken Sie hier.
Die Trans-Butendisäure ist eine farblose, kristalline Verbindung mit der Summenformel C4H4O4, die bei 200 °C sublimiert. Sie kann in bestimmten Pilzen und einigen Pflanzen gefunden werden, im Gegensatz zu ihrem cis-Isomer, der Maleinsäure (cis-Butendisäure), die nicht natürlich vorkommt.
Sie wird wegen ihrer leistungsstarken antimikrobiellen Wirkung in der Verarbeitung und Konservierung von Lebensmitteln eingesetzt; auch für die Herstellung von Farben, Lacken und Kunstharzen wird sie verwendet. Für weitere Informationen klicken Sie hier.
Die Linolsäure ist eine ölige Flüssigkeit, farblos oder blassgelb, mit der Summenformel C18H32O2, deren Doppelbindungen cis-Konfiguration aufweisen. Sie ist in organischen Lösungsmitteln löslich und polymerisiert leicht, das gibt ihr Trocknungseigenschaften. Sie ist eine essentielle Fettsäure, das heißt, sie ist ein notwendiges Element in der Ernährung der Säugetiere, da sie eine der Vorläufer der Prostaglandine und anderer hormonähnlicher Komponenten ist.
Sie befindet sich als Ester von Glycerin in vielen pflanzlichen Samenölen wie Lein, Soja, Sonnenblumen und Baumwolle. Sie wird in der Herstellung von Farben und Lacken verwendet. Für weitere Informationen klicken Sie hier.
Die Ölsäure ist eine farblose, ölige Flüssigkeit mit der Summenformel C18H34O2 in ihrer Konfiguration cis (die Kohlenstoffkette geht auf der gleichen Seite der Doppelbindung weiter). Sie ist eine ungesättigte Fettsäure die im Kontakt mit der Luft schnell gelblich wird. Durch Hydrierung der Ölsäure erhält man Stearinsäure (gesättigt). Die Ölsäure ist in Wasser nicht löslich, aber in Benzol, Alkohol, Äther und vielen organischen Lösungsmitteln ist sie löslich. Sie erstarrt beim Abkühlen und schmilzt bei 14 °C. Ihre trans-Isomer (Elaidinsäure) ist fest und schmilzt bei 51 °C, kann durch Erhitzen der Ölsäure in Gegenwart eines Katalysators gewonnen werden.
Zusammen mit der Stearinsäure und Palmitinsäure befindet sie sich in Ester-Form in den meisten natürlichen Fetten und Ölen, vor allem im Olivenöl. Gewonnen wird sie durch Hydrolyse von Ester und gereinigt durch Destillation. Sie wird in der Herstellung von Seifen und Kosmetika verwendet, auch in der Textilindustrie und zur Reinigung von Metallen. Für weitere Informationen klicken Sie hier.
Die Salicylsäure ist ein weißer, kristalliner Feststoff, der in vielen Pflanzen, vor allem im Obst, in Form von Methylsalicylat, vorkommt. Sie wird kommerziell aus Phenol gewonnen.
Sie schmeckt leicht süßlich, ist wenig löslich in Wasser und löslicher in Alkohol, Äther und Chloroform. Sie hat einen Schmelzpunkt von 159 °C. Diese Säure wird vor allem für die Präparierung einiger wichtiger Ester und Salze verwendet.
Das Natriumsalicylat, das durch die Behandlung von Natriumphenolat mit Kohlendioxid unter Druck erhalten wird, wird zur Konservierung von Lebensmitteln verwendet und in größerem Masse zur Herstellung von milden, antiseptischen Präparaten wie Zahnpasta und Mundwasser.
Die medizinalen Salicylsäure-Verbindungen, verwendet als Analgetika und Antipyretika, sind die Acetylsalicyl-Säure und der Salicylsäurephenylester, welche unter dem Handelsnamen Aspirin, bzw. Salol, verkauft werden. Salicylsäuremethylester ist der Hauptbestandteil von Wintergrün Öl oder Wintergreen Essenz, und wird synthetisch in großen Mengen durch die Reaktion von Salicylsäure und Methanol hergestellt. Für weitere Informationen klicken Sie hier.
