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Keramischer Verschleißschutz für PVC-Altfensterrecycling

PVC-Altfensterrecycling ist Routine und hat Tradition

07-Sep-2014 Bauwesen Ökologie
PVC-Altfensterrecycling ist Routine und hat Tradition. Bereits seit knapp 30 Jahren werden alte Fenster beim Abriss oder der Sanierung getrennt gesammelt und dem sortenreinen Recycling zugeführt. So lässt sich mit den neuen Fenstern nicht nur Energie sparen, dank des Recyclings werden auch wertvolle Ressourcen geschont. Denn alle Werkstoffe wie PVC, Glas, Metall oder Gummi gelangen wieder in den Produktionskreislauf für neue Produkte.
 
Doch PVC-Altfensterrecycling ist „harte Arbeit“, zuerst für die Menschen, dann für die Maschinen. In den Anfängen wurden die Fenster noch per Handarbeit in die Einzelbestandteile zerlegt. Doch mit dem Aufschwung, der immer mehr gestiegenen Akzeptanz und des zunehmenden Umweltbewusstseins waren die Mengen so nicht mehr zu schaffen. Anfang der 1990-er Jahre bewies die VEKA AG wahren Pioniergeist und investierte eine zweistellige Millionensumme in den Bau der modernsten, vollautomatischen Recyclinganlagen für PVC-Altfenster. In der Nähe von Eisenach entstand in Hörselberg-Hainich OT Behringen bei der eigens dazu gegründeten VEKA Umwelttechnik GmbH eine der bis heute weltweit größten Anlagen dieser Art.
 
In ihr werden Fenster, Türen, Rollladenpanzer, Profilabschnitte – weiß oder bunt – zunächst im Zerdirator (Shredder) zerkleinert. Das zerkleinerte Material gelangt durch einen Rost auf eine Förderrinne, die in den weiteren Recyclingprozess führt. In nächsten Schritten erfolgt die Eisen-, die Nichteisen-, die Gummi- und die Glasseparation.
 
In Schneidmühlen und Sieben erfolgt die Klassierung des PVC in einheitliche Korngrößen mit abschließender Farbseparierung. Danach hat man ein sortenreines PVC, das ohne weitere Bearbeitung wieder in den Produktionsprozess für Fenster- oder Türprofile eingesetzt werden kann – ein konsequenter Rohstoffkreislauf. Oder besser: Rohstoffkreisläufe, einmal für Weiß- und einmal für Buntware.
 
Verschleiß ist ein Problem
 
Ein Problem, mit dem die Verantwortlichen in der Anlage immer wieder zu kämpfen haben, ist der Verschleiß (beispielsweise in pneumatischen Förderanlagen). Je nach Förderleistung müssen Rohrteile wie Bögen manchmal auch zweimal im Jahr getauscht werden. Die Fördergeschwindigkeit des PVC-Mahlgutes beträgt etwa 23 Meter pro Sekunde. „Vor allem die Rohrbögen unterliegen hier einem hohen Verschleiß“, weiß Diplom-Ingenieur (FH) Gert Böttner, Leiter Engineering bei VEKA UT. „Nur mit einer Vorratslagerung der Bögen konnten wir die Stillstandszeiten gering halten.“
 
Auf der letzten Messe IFAT 2012 in München lernten sie auf dem Stand der CeramTec-ETEC GmbH (CE) moderne Verschleißschutzlösungen mit Hochleistungskeramik kennen. Der dort ausgestellte und mit Keramik ausgekleidete Kompaktkrümmer überzeugte sie derart, dass sie einen Keramikeinsatz für eine Teststrecke vereinbarten. Im Oktober 2012 wurde ein Rohrbogen DN 80, R 800, 900, komplett mit Hochleistungskeramik ausgekleidet, an der besonderen Schwachstelle der Abfüllanlage eingebaut. In der Folgezeit stand der Bogen unter genauer Beobachtung, doch es gab keine Auffälligkeiten.
 
Zehn Monaten nach dem Einbau, Mitte August 2013, erfolgte die erste Revision an dieser Stelle. Nach dem Ausbau und der Begutachtung des Bogens war immer noch eine glatte und unbeschädigte Keramikauskleidung wie am Tag der Erstinstallation zusehen. Böttner: „Beim Einsatz des bisherigen Stahlbogens hätten wir diesen schon einmal wechseln müssen, jetzt ist noch alles wie neu. Da haben wir ja noch viel Zeit bis zur nächsten Revision.“
 
Für die Verschleißschutz-Fachleute der CE keine Überraschung. „Mit unserer Keramik geschützte Anlagenteile sichern eine bis zu zehnmal höhere Standzeit im Vergleich zu anderen Materialien wie Auftragsschweißung.“ CE liefert aber nicht nur keramische Lösung. Am Beginn einer Geschäftsbeziehung steht meistens die Beratung zur Lösung eines Problems mit Verschleiß. Nach eingehender Diskussion und Beratung unterbreiten die Keramik-Experten aus Lohmar Lösungsvorschläge. Die Materialien werden in Lohmar produziert, also Made in Germany, ausgeliefert und auf Wunsch auch eingebaut.
 
Auf der Basis von ALOTEC-Hochleistungskeramik hat sich CEC weltweit als einer der wichtigsten und größten Anbieter von Verschleiß- und Korrosionsschutzlösungen einen Namen gemacht. Überall dort, wo hoch abrasive Stoffe gefördert werden, schützen Auskleidungen mit ALOTEC-Keramik. Einsatzgebiete sind Maschinen und Anlagen in Stahlwerken, Gießereien, in der Mineralien-Gewinnung, -Förderung und -Aufbereitung, in der Papier-, Zellstoff-, Chemie- und Pharmaindustrie, in Recyclinganlagen, in Kraftwerken (Kohle, Holz, Festbrennstoffe), in der Zementherstellung, in Beton-Fertigung und -Transport.
 
Fensterrecycling findet europaweit statt
 
1993 startete die VEKA AG in ihrer Anlage in Behringen mit einem eigenen Recyclingsystem für PVC-Altfenster, sie ist damit sozusagen Pionier in Sachen Fensterrecycling. Parallel nahm die Fenster-Recycling-Initiative (FREI) im westfälischen Rahden ihren Geschäftsbetrieb auf. Sieben Jahre später fand eine Bündelung der Kräfte statt, und es entstand aus VEKA und FREI die Rewindo Fenster-Recycling-Service GmbH. Zehn Jahre später ist die Bilanz der Rewindo und deren Recyclingpartner immer noch steigend: 2012 wurden über 22 000 Tonnen PVC-Regranulat aus Altfenstern gewonnen; zusätzlich recycleten die Rewindo-Partner mehr als 78 000 Tonnen Produktionsabfälle.

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