Essen - Im chinesischen Jilin hat Evonik Industries am 19. Oktober 2012 Richtfest für die neue Wasserstoffperoxid-Anlage gefeiert. Bereits Ende 2013 soll die Anlage im Nordosten des Landes mit einer Jahreskapazität von 230.000 Tonnen in Betrieb gehen. Evonik wird dafür mehr als hundert Millionen Euro investieren und seine aktuelle Jahreskapazität von derzeit mehr als 600.000 Tonnen für Wasserstoffperoxid (H2O2) um fast 40 Prozent steigern.
"Mit dieser Investition stärken wir unsere marktführende Position bei Wasserstoffperoxid weiter und setzen konsequent unsere Wachstumsstrategie in Asien fort", sagte Dr. Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender von Evonik Industries anlässlich des Richtfests.
Das H2O2 aus Jilin wird Evonik über eine Pipeline direkt in die künftige benachbarte Propylenoxid-Anlage der Jishen Chemical Industry Co., Ltd. liefern. Dafür ist ein langfristiger Liefervertrag abgeschlossen worden. Jishen wird aus dem Wasserstoffperoxid nach dem HPPO-Verfahren Propylenoxid herstellen. Propylenoxid wird vor allem für die Herstellung von Polyurethan-Vorprodukten verwendet. Aus den Polyurethanen entstehen dann beispielsweise Polster für Autositze oder Möbel sowie Isolationsmaterialien für die Bau- und Kühlgeräteindustrie.
"Wir registrieren weltweit eine große Nachfrage für unser effizientes HPPO-Verfahren", sagte Dr. Stefan Schulze, Leiter Innovation im Geschäftsbereich Advanced Intermediates von Evonik. "Mit der Anlage in Jilin haben wir jetzt einen weiteren Meilenstein erreicht, um Wasserstoffperoxid als umweltfreundliches Oxidationsmittel in der chemischen Synthese zu etablieren."
Das HPPO-Verfahren hat Evonik gemeinsam mit der ThyssenKrupp Uhde GmbH entwickelt. Die neue Anlage in Jilin wird die zweite dieser Art sein. Bereits 2008 hatten Evonik, ThyssenKrupp Uhde und als Lizenznehmer ein koreanisches Chemieunternehmen gemeinsam als erste weltweit das HPPO-Verfahren großtechnisch in Ulsan, Korea, umgesetzt.
Bislang wurde Wasserstoffperoxid vor allem als Bleichmittel für die Textil- und Zellstoffindustrie genutzt. Mit dem HPPO-Verfahren kann das umweltfreundliche Oxidationsmittel nun auch zur chemischen Direktsynthese von Propylenoxid verwendet werden. Die Vorteile des HPPO-Verfahrens liegen in einem deutlich niedrigeren Investitionsvolumen und in seiner hohen Produktionseffizienz sowie in der sehr guten Umweltverträglichkeit.
