Das im Urat-Gebiet ansässige Unternehmen Nizhniy Tagillron and Steel Works {NTMK) ist einer der größten Eisenhüttenkomplexe Russlands mit einem kompletten Herstellungs- und Veredelungsprozess, der Erzbergbau und -aufbereitung, Verhüttung, Stahlherstellung und Walzbetrieb umfasst. Das Stahlwerk wird seit einigen Jahren umfassend modernisiert. Teil der Investitionen ist eine Anlage zum Aufbereiten und Einbringen des Kohlenstaub-Brennstoffes in die Hochöfen. Das hier vorgestellte Projekt zur sicheren Entstaubung der Aufbereitungsprozesse vor der Zuführung zu den Hochöfen ist Bestandteil der Modernisierung.
Der Weg vom Eisenerzabbau bis zur Stahlproduktion ist lang. Neben dem Ausgangsprodukt Eisenerz, das in einem Zerkleinerungs- und Aufbereitungsprozess zunächst von der nicht verwertbaren Gangart getrennt werden muss, spielt Koks die zweitwichtigste Rolle. Dieser wird einerseits als Brennstoff eingesetzt und dient andererseits als Reduktionsmittel bei der Eisenproduktion in Hochöfen. Zur Beschickung des Hochofens wird der Koksstaub mit dem Erz aus einem Vorratsbunker über Transportbänder in einen Zwischenbunker gefüllt. Die Materialien werden aus dem Zwischenbunker in ein Transportgefäß überführt, das über einen Schrägaufzug in den Hochofen entleert wird. Auf dem Weg über die Beschickungsanlage in den Hochofen wird eine große Menge Staub freigesetzt, der gezielt an den Förderaggregaten erfasst werden muss, um die Betriebsfähigkeit und Sicherheit der Anlage zu erhalten.
Bei der Entstaubung werden kompakte, dezentrale und direkt an der Emissionsquelle installierte Filter eingesetzt.
Zur Reduzierung der Staubemissionen wurde die Anlage Mitte 2012 mit insgesamt sieben Entstaubungsgeräten der Baureihe Infa-Jet AJN ausgestattet. Die Taschenfilter erfassen mehrere Staubquellen an Förderbändern, Brechern, Trocknern und Silos.
Zum Einsatz kommen:
• zwei Einkammer-Taschenfilter mit einer Filterfläche von60m2
• zwei Zweikammer-Taschenfilter mit einer Filterfläche von 120m2
• zwei Dreikammer-Taschenfilter mit einer Filterfläche von 180m2
• ein Vierkammer-Taschenfilter mit einer Filterfläche von240m2
Alle Taschenfilter sind mit Zellenradschleusen ausgestattet. Die Mehrkammer-Taschenfilter sind zusätzlich mit Förderschnecken ausgerüstet, die den Staub aus den langen Filtertrichtern sammeln und in die Zellenradschleusen fördern. Die Filter werden mit einem Rohgasgehalt von 3-6 g/m3 beaufschlagt, der Reststaubgehalt wird sicher unter 20 mg/m3 gehalten.
Während der Filtrationsphase erfolgt die Abreinigung der Filtertaschen in regelmäßigen Intervallen durch Druckluftimpulse (Jet-Abreinigung). Die staubbeladene Luft verteilt sich über die gesamte Filterfläche und durchströmt die Filterelemente von außen nach innen.
Der mitgeführte Staub wird auf der Außenseite der Filtertaschen abgeschieden. Die Luft verlässt anschließend im gereinigten Zustand das Filter. Der Vorteil der Jet-Puls-Abreinigung liegt insbesondere darin, dass Filter kontinuierlich betrieben werden können.
Der Volumenstrom braucht auch während der Abreinigung der Filterelemente nicht unterbrochen oder in andere Filterkammern umgeleitet zu werden. Darüber hinaus bewirkt der Jet-Puls eine optimale Umwandlung von Druckluftenergie in mechanische Bewegung der Filtertaschen, was zu einem verbesserten Abwurf des Staubkuchens sorgt. Die optimale Ausreinigung ermöglicht lange Standzeiten des Filtermaterials.