Diesmal haben die Forscher die ungewöhnliche Bewegungsart des Kängurus in Technik umgesetzt. Wie das Vorbild in der Natur, kann das BionicKangaroo die Sprung-Energie zurückgewinnen, speichern und im nächsten Sprung wieder wirkungsvoll einbringen.
Ein vorbildliches Beispiel für industrielle Zukunfts-Entwicklungen
Effektivität ist in der heutigen Zeit das wichtigste Thema in der Industriewelt. Das Absicht: weniger Eingabe – mehr Ausgabe. Die Natur zeigt uns, wie das abläuft. Sie hat im Laufe der Fortentwicklung höchst wirksame Lösungsformen entwickelt. Diese dienen immer öfters als Vorbild für die Technik. Das Bionic Learning Network des Spezialisten für Automatisierung Festo lässt in dieser Beziehung einmal mehr aufhorchen.
Energie aufbewahren und erneut anwenden
Mit dem BionicKangaroo wird das technisch umgesetzt, was das natürliche Känguru hervorragend macht. Sein Hüpfmechanismus macht es möglich, seine Geschwindigkeit zu steigern, ohne dabei seinen Energiekonsum zu erhöhen. Bei jedem Sprung kann es Energie aus der Landephase aufbewahren und für den kommenden Sprung wieder anwenden. Die Achillessehne übernimmt dabei eine wichtige Funktion, deshalb ist diese beim natürlichen Känguru besonders markant. Diese Sehne ist ein elastisches Federelement aus Gummi beim bionischen Forschungsträger. Dieses künstliche Sehnenelement federt den Sprung ab, nimmt aber bei der Landung gleichzeitig die kinetische Energie auf. Diese Energie wird dann für den darauffolgenden Sprung freigesetzt.
Das System ist hochdynamisch
Die Entwickler mussten für die technische Verwirklichung eine komplexe Regelungs- und Steuerungstechnik entwickeln. Dazu gehörte auch eine extrem robuste Sprung Kinematik. Gleichzeitig zeigt Festo mit dem BionicKangaroo, wie elektrische und pneumatische Antriebselemente intelligent in einem neuen, hoch dynamischen System zusammen integriert werden können. Besonders wichtig war bei diesem Design die mobile Versorgung mit Energie. Im Körperinnern befindet sich zu diesem Zweck ein kleiner Kompressor. Die Druckluft kann aber auch alternativ einem Hochdruckspeicher entnommen werden. Die kinematischen Teile sind aus lasergesinterten Bauelementen hergestellt. Diese sind mit Karbon verstärkt. Das BionicKangaroo wiegt dadurch bei einer Höhe von etwa einem Meter nur beinahe sieben Kilogramm.